Sportförderung am DHG

 

Maximilian Breunig über seinen Aufstieg mit den Würzburger Kickers und die Leihe zu Admira Wacker Wien

Der 20-jährige Maximilian Breunig ist momentan ein großes Stürmertalent in der österreichischen Bundesliga. Maxi, der drei Jahre seiner Schullaufbahn am Deutschhaus verbrachte und die Sportklasse besuchte, begann ganz klein bei seinem Heimatverein SV Theilheim mit dem Fußballspielen. Über den Würzburger FV kam Maxi zur SpVGG Greuther Fürth. Während Maxi Breunig in Fürth spielte, besuchte er drei Jahre die Sportklasse des Deutschhaus-Gymnasiums. Bei der Spielvereinigung war er von der U12 bis zur U16 im Einsatz, ehe er zurück nach Würzburg zu den Würzburger Kickers wechselte. Durch starke Leistungen in der U19 wurde sowohl die Profiabteilung des FWKs als auch der Bundesligist FC Ingolstadt auf Breunig aufmerksam. Nach einer einjährigen Leihe nach Ingolstadt unterschrieb der gebürtige Würzburger ab der Saison 2019/2020 bei den Kickers einen Profivertrag. Auf Grund eines schweren Autounfalls konnte Maxi erst zur Rückrunde eingreifen, und mit drei Toren zum Aufstieg im selben Jahr beitragen. Im Sommer folgte nun die Ausleihe zu Admira Wacker Wien. Wir begleiten unseren ehemaligen Schüler auf seiner Profikarriere und dürfen ihm ein paar Fragen zu seiner aktuellen Situation stellen.

Frage: Hi Maxi,

Du bist im Sommer mit den Würzburger Kickers in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Was war das für ein Gefühl und wie liefen eure Feierlichkeiten?

Maximilian Breunig: Das war natürlich ein super Gefühl, gleich in meinem ersten Jahr als Profi den Aufstieg in die zweite Liga zu feiern. Das ist etwas Besonderes, woran ich mich immer erinnern werde. Dementsprechend liefen dann auch die Feierlichkeiten, die mehrere Tage andauerten, ab (lacht). Insgesamt ein unvergessliches Erlebnis.

Frage: Im Sommer bist du dann von Kickers nach Wien ausgeliehen worden. was waren die Beweggründe dafür? 

Maximilian Breunig: Der wichtigste Grund für mich, war Spielpraxis zu bekommen. Der mittlerweile ehemalige Cheftrainer der Kickers, Michael Schiele, hat mir in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass ich in dieser Saison wahrscheinlich nur sehr wenig Spielpraxis bekommen würde. Für mich als junger Spieler ist diese aber enorm wichtig, um mich entwickeln zu können und dementsprechend war es logisch, mich dann mit einer Leihe zu beschäftigen. Ich habe mich schließlich für Wien mit Admira Wacker entschieden. Zwischen den Kickers und der Admira besteht allgemein eine gute Verbindung, da Wien der Partnerverein der Würzburger ist und so fiel die Kommunikation zwischen den Vereinen leichter.

Frage: Bist du bis jetzt zufrieden mit diesem Schritt?

Maximilian Breunig: Ja, definitiv. Ich habe bis jetzt nur positive Erfahrungen gesammelt. 

Frage: Wien gilt für viele als eine der schönsten Städte Europas. Wie sind deine ersten Eindrücke? Was konntest du schon sehen?

Maximilian Breunig: Ich war bis jetzt zwar noch nicht in so vielen Städten, aber Wien ist auf jeden Fall eine sehr schöne Stadt. In Wien kannst du aber wahrscheinlich vier Jahre leben und hast noch nicht alles gesehen (grinst). Ich habe bis jetzt natürlich die klassischen Sehenswürdigkeiten in Wien angeschaut und bin auch vor dem Lockdown öfter mit Mannschaftskollegen Essen gegangen, habe aber bei weitem noch nicht alles gesehen.

Frage: Wie gefällt es dir in Wien?

 Maximilian Breunig: Bis jetzt habe ich mich gut eingelebt. Nachdem ich am Anfang meiner Zeit in Wien im Hotel untergebracht war, bin ich jetzt endlich bei meiner Wohnungssuche fündig geworden. Da unser Trainingszentrum auch in einem Vorort von Wien liegt, war es mir wichtig, in die Nähe zu ziehen, deswegen wohne ich auch etwas außerhalb von der Stadt. Ich wurde aber auch seit Tag eins sehr gut in die Mannschaft aufgenommen und integriert und fühle mich hier sehr wohl.

Frage: Dein Start in Wien hätte persönlich ja kaum besser laufen können. Du konntest zwei Tore in den ersten drei Spielen erzielen und hast dadurch mediale Aufmerksamkeit erlangt. Bekommst du das mit und wie gehst du damit um – speziell wenn es auch mal nicht so gut läuft?

Maximilian Breunig: Natürlich. Aber ich glaube, man darf dem Ganzen nicht so viel Aufmerksamkeit schenken, weil es im Fußball häufig so ist, dass der Wechsel zwischen positiver und negativer Berichterstattung sehr schnell gehen kann. Heute wird nur positiv über dich berichtet und nach ein paar Niederlagen direkt wieder negativ. Klar freue ich mich aber, wenn positiv über mich berichtet wird.

Frage: Du bist nach der ersten Länderspielpause im September für zwei Wochen ausgefallen. Kannst du uns Aufschluss über deine Verletzung geben? 

Maximilian Breunig: Ich hatte zum Glück nur eine leichte Gehirnerschütterung. Beim Training gab es eine Kollision mit einem Mitspieler und ich fiel deshalb knapp zwei Wochen aus. Kopfverletzungen sollte man nicht unterschätzen, deswegen habe ich lieber etwas länger pausiert. 

Frage: Wie kann man sich das Niveau in der österreichischen Liga vorstellen? Mit welcher deutschen Liga ist die österreichische Bundesliga vergleichbar?

Maximilian Breunig: Das ist schwer zu sagen. Wir haben hier Vereine wie RB Salzburg, die so ein bisschen das österreichische Bayern München sind und in der Champions League spielen. Dann gibt es Vereine, die in der Europa League spielen, wie beispielsweise den Wolfsberger AC, die letztes Jahr Gladbach 4:0 geschlagen haben. Andererseits haben wir aber auch Gegner, die etwa auf dem Niveau der deutschen 2. und 3. Liga sind. Deswegen kann man die Liga nicht mit einer deutschen Liga vergleichen, da hier die Unterschiede von Mannschaft zu Mannschaft extrem groß sind.

Frage: Merkt man auch Unterschiede in der Art des Fußballs, der in Österreich beziehungsweise Deutschland gespielt wird?

Maximilian Breunig: Für mich persönlich ist der größte Unterschied, dass es im deutschen Fußball deutlich mehr Struktur im Ballbesitzfußball gibt. In Österreich fällt mir auf, dass, sobald man den Ball hat, ziemlich schnell nach vorne gespielt wird. In Deutschland wird der Ball viel häufiger in den eigenen Reihen laufen gelassen.

Frage: Die Corona-Pandemie ist ein Thema, das die ganze Welt betrifft, speziell auch Österreich. Der Profisport wird aber weiterhin ausgetragen. Habt ihr spezielle Vorgaben vom Verein, wie ihr euch verhalten müsst?

Maximilian Breunig: Ja, es gibt sehr strenge Vorgaben. Wir sind dazu angehalten, die Wohnung nur noch zum Training oder zum Einkaufen zu verlassen und soziale Kontakte zu meiden. Das ist aber auch sinnvoll, da wir bei einer Corona-Infektion für einige Tage ausfallen würden und so der Mannschaft nicht helfen könnten.

Frage: Eine traurige Nachricht hat uns am 02. November alle geschockt. In Wien gab es einen Terroranschlag. Wie hast du diese schreckliche Nacht in Wien erlebt und sieht man Veränderungen im Alltag der Menschen?

Maximilian Breunig: Ich war zuhause als das passiert ist, war zum Glück nicht in der Innenstadt. Ich habe es selber auch nur über die Nachrichten mitbekommen, es wurde ja dann auf nahezu jedem österreichischen Sender berichtet. Einige, die in der Nähe des Anschlags waren, kenne ich und sowas möchte man natürlich nicht miterleben, das war schon sehr hart. Große Veränderungen im Alltag der Menschen sehe ich aber nicht. Die Menschen leben ihr normales Leben weiter, was meiner Meinung nach auch richtig ist. Man sollte sich jetzt nicht einschüchtern lassen. Es war aber trotzdem natürlich eine sehr schlimme Sache, die da passiert ist.

Frage: Hast du noch Kontakt zu ehemaligen Mitschülern, die auch gerade ihre ersten Schritte im Profisport machen (z.B. Nico Pfarr, Schweinfurt 05) ?

Maximilian Breunig: Ich habe noch zu vielen aus meiner damaligen Klasse Kontakt. Mit Nico Pfarr (Schweinfurt 05) bin ich tatsächlich sehr gut befreundet, wir facetimen oder schreiben oft. Mit ihm habe ich noch relativ viel Kontakt.

Frage: Abschließend: Wann bist du mal wieder in Würzburg und können wir auch mal mit einem Besuch von dir am Deutschhaus rechnen?

Maximilian Breunig: Ich werde jetzt über Weihnachten nach Hause fahren und die Zeit mit der Familie verbringen. Dieses Jahr ist die Winterpause leider auf Grund der aktuellen Situation um Corona und dem eng getakteten Spielplan sehr kurz, deswegen bin ich leider nicht lange in Würzburg.
Aber natürlich kann ich mir auch mal einen Besuch im Deutschhaus vorstellen, aber wahrscheinlich erst sobald sich die Situation um Corona wieder einigermaßen beruhigt hat und es sich zeitlich ergibt.

Auf Grund der geographischen Entfernung und der Corona-Pandemie wurde das Interview per Facetime-Anruf durchgeführtAuf Grund der geographischen Entfernung und der Corona-Pandemie wurde das Interview per Facetime-Anruf durchgeführt

Danke Maxi, dass du uns so viel Aufschluss geben konntest. Viel Glück im weiteren Verlauf der Saison und wir hoffen, dich bald mal wieder am Deutschhaus begrüßen zu dürfen.

 

Weitere Berichte über Maximilian Breunig finden Sie auf der Sportklassen-Homepage.  

 

 Das Interview wurde geführt von Luis Wagner (Q12)