Sportförderung am DHG

 


Interview mit Romy Dreher (Abitur 2019)
von Anna Händle

Romy Dreher ist ehemalige Abiturientin am Deutschhaus-Gymnasium. 2017 wechselte sie vom Leistungsschwimmen zum Rudern. Bereits 2019 errang sie ihre ersten Medaillen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. 2020 wurde sie für die U23-Rudernationalmannschaft als Ersatzfrau nominiert. Im Interview spricht Romy über ihre Zeit am DHG und ihre Ruderlaufbahn.

Anna: Romy, du hast vor einem Jahr deine Abiturprüfung erfolgreich am Deutschhaus-Gymnasium abgelegt. Wie bewertest du rückblickend deine Schulzeit?

Romy: Ich bin froh, dass ich damals als Schwimmerin zur 8. Klasse die Möglichkeit hatte, in die Sportklasse des Deutschhaus-Gymnasiums zu wechseln. Training, Wettkämpfe und Schule immer unter einen Hut zu bringen, war an meiner alten Schule nicht immer leicht. Auch die Vielfalt der geförderten Sportarten zeichnet das DHG aus. So bekam ich auch Einblick in den Rudersport und entschied mich nach der 10. Klasse meine leistungssportliche Karriere dort fortzusetzen. Die „Schülersportakademie“ in der Oberstufe ermöglichte mir neben der Vorbereitung auf das Abitur, schnell in dieser Sportart Fuß zu fassen. Es ist schon toll, was diese Schule für sportlich interessierte Schüler bietet.

Anna: Vom Schwimmen zum Rudern? Wie war es, als du dich das erste Mal nicht im, sondern auf dem Wasser fortbewegt hast?


Romy: (lacht) Ich kann mich noch genau an meine erste Ausfahrt am 5. August 2017 in der Bucht beim Würzburger Ruderverein Bayern erinnern. Ich musste in einem breiten Anfängereiner, der an einem Seil am Steg befestigt war, meine kleinen Runden drehen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, da es im Fernsehen immer so leicht aussah. Aber ich konnte die Sommerferien gut nutzen, um mich immer besser an das Boot zu gewöhnen. 


Anna: Wann durftest du dann an deiner ersten Ruderregatta teilnehmen?

Romy: Das war schon gleich im September 2017, als krankheitsbedingt beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ eine Ruderin aus dem Wettkampfmannschaft des Deutschhaus-Gymnasiums im breiten Gig-Vierer ausfiel und ich für sie einspringen durfte. Wir wurden direkt achter. Ich saß mitten im Boot und musste schauen, dass ich bloß kein Krebs fange, also nicht mit den Ruderblättern im Wasser hängen bleibe. Ich wusste bis dahin auch nicht, dass Rudern so anstrengend sein kann.

Anna: Wie ging es dann weiter?

Romy: 2018 habe ich gelernt in einem schmalen Rennboot zu rudern und 2019 haben wir ja schon zusammen im Vierer und im Achter jeweils den dritten Platz bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften belegt.

Anna: In der „Corona“ - Saison 2020 startest du in deiner neuen Altersklasse, der Unter-23-Jährigen. Konntest du trotz Ausgangsbeschränkungen dich gut darauf vorbereiten?

Romy: Das Training verlief erstaunlich gut. Wir haben trainiert wie im Winter, viel Grundlagenausdauer auf dem Rad und zweimal die Woche Krafttraining zu Hause im Garten. Auf dem Ruderergometer bin ich dann die spezifischen Belastungen dreimal die Woche gefahren. Ich habe mich sehr fit und stark gefühlt.

Anna: Aufgrund deiner gezeigten Trainingsleistungen meldete Dein Trainer dich sogar für die U23 – Rangliste der deutschen Bewerberinnen für die U23 – Nationalmannschaft an. Wie ist es dort gelaufen?

Romy: Als wir in Hamburg ankamen, erwarte mich bei meiner ersten Trainingsausfahrt ein sehr starker Wind. Die Wellen waren derart hoch, dass sich schon Schaumkronen bildeten. Auf unserem Trainingsrevier in Würzburg kennen wir ja nur glattes Wasser. Dementsprechend ängstlich ging ich auf das Wasser. Zum Glück beruhigten sich die Bedingungen am Renntag etwas, dennoch hatte ich im ersten Rennen erhebliche Probleme mit dem Wind und den Wellen. Bis 1000m lag ich noch an dritter Position, die für den Finaleinzug gereicht hätte, doch dann kam ein seitlicher Wind auf, der mich aus dem Rhythmus brachte und zu Steuerproblemen in der Bahn führte. Mit dem fünften Platz konnte ich am Nachmittag nur noch im B-Finale mitrudern, aber auch in diesem Rennen merkte ich, dass ich noch nicht so viel Rudererfahrung hatte wie meine Mitkonkurrentinnen und belegte ebenfalls den fünften und damit insgesamt den elften Platz. Aufgrund der Einerergebnisse wurden dann für den darauffolgenden Tag aus den zwölf Einerfahrerinnen sechs Doppelzweier gebildet. Mit der an Platz zwölf gesetzten Ruderin aus Marburg konnte ich dann aber mit einem sehr guten dritten Platz überraschen. Dies veranlasste den Bundestrainer mich für die Mannschaftsbildung der U23-Nationalmannschaft des Leichtgewichts-Frauen-Doppelvierers nach Essen einzuladen.

Anna: Bei der Mannschaftsbildung in Essen wurdest du dann letztendlich Ersatzfrau für den Doppelvierer. Bist du darüber sehr enttäuscht?

Romy: Zu Beginn war ich natürlich sehr traurig, da ich gerne bei den Europameisterschaften am 4. und 5. September in Duisburg mitgerudert wäre, aber Teil der Nationalmannschaft zu sein und mit dieser jetzt vier Wochen trainieren zu dürfen, sehe ich als großartigen Erfolg an. Da alle sehr nett sind, macht es auch sehr viel Spaß.

Anna: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.