Sportförderung am DHG  
 

Interview mit der Langstreckenschwimmerin Leonie Beck

Die im Jahr 1997 geborene Schwimmerin Leonie Beck ist eine ehemalige Schülerin des Deutschaus-Gymnasiums. Dort besuchte sie die Sportklasse und absolvierte 2015 ihr Abitur. Schon zu diesem Zeitpunkt konnte sie auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge zurückblicken. So gelang es ihr bereits ein Jahr später als 19-Jährige, an den Olympischen Spielen in Rio 2016 über 800m Freistil teilzunehmen.
Nach Rio konzentrierte sich die Langstreckenschwimmerin immer mehr auf das Freiwasserschwimmen. Nachdem ihr auch hier innerhalb kurzer Zeit sehr große Erfolge bei zahlreichen Weltcups und der Europameisterschaft gelangen, qualifizierte sie sich für die WM im Juli 2019 in
Gwangju
, Südkorea sowohl im Becken als auch im Freiwasser.        

 

1.     Leonie, wie viele Meter hast du heute schon im Becken zurückgelegt?

Heute bin ich insgesamt 16 km geschwommen, aufgeteilt auf zwei Trainingseinheiten (8 km frühs und 8 km nachmittags).

 

2.     Du hast dich für die WM 2019 in Südkorea sowohl im Freiwasser als auch im Becken qualifiziert. Bist du überrascht, dass es auch im Becken geklappt hat?


Mein Plan war es, mich für die WM im Freiwasser zu qualifizieren. Dass es im Becken dann auch noch geklappt hat war sozusagen Zusatz. Es hat mich aber natürlich trotzdem gefreut.

3.     Welche Strecken wirst du genau bei der WM schwimmen. Startest du im Becken und im Freiwasser?

Bei der WM werde ich nur im Freiwasser über 10 km und 5 km starten.

4.     Ein WM-Start bedarf einer umfangreichen Vorbereitung. Wie sieht diese bei dir bis zum Abflug aus? Machst du etwas Spezielles im Vergleich zu sonst?

Am 15.06. starte ich noch beim Weltcup in Ungarn. Vom 23.-29.06. werden wir dann noch ein kurzes Trainingslager in Burghausen machen, bis dort die Deutschen Freiwassermeisterschaften stattfinden (27.-29.06.), bei denen ich auch teilnehme. Danach heißt es noch eine Woche daheim die letzten Trainingsvorbereitungen treffen bis es am 07.07. nach Südkorea geht.

5.     Wie schaffst du es, neben solch einem hohen Trainingspensum und strikten Trainingsplan noch ein Studium durchzuziehen? Ist das nicht ganz schön anstrengend und denkst du dir manchmal, dass dein Tag einfach fünf Stunden mehr haben müsste?  

Es hat erstaunlich gut funktioniert, Studium und Training unter einen Hut zu bringen. Falls ein Seminar mal in meinen Trainingsplan gefallen ist, habe ich mich mit dem jeweiligen Dozenten auseinandergesetzt und meistens einen Platz in einem anderen Seminar bekommen. Mittlerweile habe ich meinen Bachelor Abschluss und möchte im Wintersemester das Masterstudium anfangen. Ich hoffe natürlich, dass das genauso gut klappt.

6.     Dein großes Ziel ist es an den Olympischen Spielen 2020 teilzunehmen. Was würde es für dich bedeuten zum zweiten Mal bei Olympia zu starten?

Das wäre natürlich der absolute Wahnsinn. Gerade weil die ersten Olympischen Spiele nicht so gelaufen sind wie erwünscht, würde ich mir eine zweite Teilnahme mit mehr Erfolg wünschen.

7.     Welches der Rennen in deiner bisherigen Schwimmkarriere hat dich am meisten beeindruckt?

Das 25 km Rennen von Thomas Lurz bei der WM 2015 in Barcelona, bei dem er Gold geholt hat.

8.     Du hast vor ziemlich genau vier Jahren am DHG Abi gemacht. Was vermisst du von deiner Zeit bei uns am DHG am meisten und was würdest du den jetzigen Sportklässlern mit auf den Weg geben?

Ich hatte wirklich eine schöne Zeit am DHG. Die Lehrer waren alle sehr nett und verständnisvoll. Am meisten vermisse ich die Vorteile, die uns die Sportklasse geboten hat.
Den jetzigen Sportklässlern gebe ich mit auf den Weg, dass sie ihre Chance in der Sportklasse nutzen sollten. Das System ist wirklich einzigartig und nicht selbstverständlich. Deshalb sollten sie alles dafür geben, bei diesen perfekten Bedingungen Schule und Sport anständig zu absolvieren.

9.    Das würde uns noch interessieren: Stell dir vor, du würdest eine trainingsfreie Woche bekommen. Was würdest du gerne einmal wieder machen, wozu dir ansonsten die Zeit fehlt?


In einer trainingsfreien Woche würde ich mich vermutlich zu Hause ausruhen und in der Stadt mit Freunden shoppen gehen oder sonstiges unternehmen. Ansonsten könnte ich abends auch einfach mal länger wach bleiben, da ich wüsste, dass ich frühs ausschlafen könnte, wenn kein Frühtraining ist.

Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der WM in Südkorea und natürlich auch für deine weitere sportliche Karriere.


von Natalie Schnabel