Sportförderung am DHG  
 

Interview Maximilian Roos

 Maximilian „Milli“ Roos ist ein ehemaliger Schüler des Deutschhaus-Gymnasiums

(Abitur 2018) und engagierte sich schon in seiner Schulzeit als Trainer in der Schul-AG.

Der 20-jährige Student trainiert die U13 des Würzburg FV und gehört zum Kader der Bayernligamannschaft. Ich traf Maximilian in einem Würzburger Café, um ihm einige Fragen zu stellen.


Maximilian, du spielst in der ersten Mannschaft des Würzburger FV, trainierst gleichzeitig eine Jugend-Mannschaft und bist als Student eingeschrieben. Wie schaffst du es den Sport mit dem Studium zu verknüpfen? Stellen die Erfahrungen aus der Sportklasse eine Hilfestellung dar?

Im Studium ist es so, dass du dir die Zeit eigentlich flexibel einteilen kannst.

Die Vorlesungen beginnen auch mal später oder du kannst dir die Fächer so „zurecht schieben“, dass du den Unterricht am Vormittag bereits hinter dir hast.

In der Schule hingegen stellte sich die Frage, wie du es meisterst, deine Zeit, aufgrund festgelegter Stundenpläne, sinnvoll einzuteilen. Im Allgemeinen hast du in der Schulzeit einen gewissen zeitlichen Aufwand gehabt, wenn es um die Klausurenphasen ging.

Um mit diesem Stress besser umgehen zu können, habe ich mich seit der U13 bis heute mit dem Thema Brainkinetik beschäftigt. Dabei habe ich gelernt, wie man richtig mit einer Stresssituation umzugehen hat, in der man sich oft zum einen im Fußball in einer komplexen Spielsituation oder zum andern während einer Klausurenphase befindet.

In Bezug darauf hat mich das Deutschhaus Gymnasium, vor allem der Besuch der Sportklasse während der Mittelstufe, weitergebracht.



Du sprichst ja bereits das Thema Brainkinetik an: Wie bist du auf dieses Konzept gekommen?


Um Erfolg mit Trainingscamps zu haben, muss man sich von anderen Umsetzungs-möglichkeiten absetzen, am besten durch ein bestimmtes Merkmal, das dein eigenes Training prägt. Meinem Verein, dem Würzburger Fußball Verein (WFV), habe ich meine Unterstützung im Jugendbereich vorgeschlagen, um neben dem Spaß am Trainieren meinerseits auch finanziell eine Hilfestellung für die Weiterentwicklung des Fußballvereins zu leisten und um den Jugendlichen nicht nur eine Ferienbeschäftigung zu bieten sondern auch, dass sie bei mir für ihre weitere sportliche und schulische Entwicklung etwas mit auf den Weg nehmen.



Ist ein Fortschritt durch Brainkinetik zu erkennen?


Ich kann definitiv einen Fortschritt erkennen, vor allem was den Bereich Koordination und Reaktion angeht. Durch den wiederholten Ablauf einer Übung sieht man, dass sich die Spieler weiterentwickeln. Es ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen, dass die Methode zu Fortschritten führt. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich viele durch das Brainkinetik-Konzept stressfreier fühlen und besser mit stressigen Situationen im Spiel aber auch im Alltag umgehen können.


Denkst du, dass dich die Einführung der Stressvermeidung durch die Stress-Methode in dein eigenes Training weitergebracht hat?

Mir selbst hilft die Methode sowohl auf koordinativer als auch auf kognitiver Ebene sehr.

Auf dem Spielfeld lasse ich weniger oft den Kopf hängen und agiere abgeklärter in schwierigen Spielsituationen.



Wann hast du erstmals ein Training gehalten?


Meine erste Einheit habe ich am Deutschhaus Gymnasium mit der Schulmannschaft gehalten. Dabei habe ich ein Jahr lang den Wahlkurs Fußball unter der Aufsicht des Kursleiters Anton „Toni“ Kramer trainiert. Im Anschluss habe ich den Junior-Coach

sowie die C-Lizenz gemacht.


Wie soll deine Trainerkarriere weitergehen?


Da die Lehrgänge im Jahr 2020 zum Erlangen der DFB-Elite-Jugend-Lizenz alle besetzt sind und ich nach dem Absolvieren der B-Lizenz ein Jahr Pause machen muss, werde ich das Ziel Elite-Lizenz in den darauffolgenden Jahren in Angriff nehmen. Auf lange Sicht ist es mein Ziel, die A-Lizenz zu erwerben, um in einem höheren Bereich, vielleicht eine Junioren-Mannschaft eines Bundesligavereins, nach meinem Studium trainieren zu können.


Hast du vor die Trainerkarriere vor die Spielerkarriere zu stellen?


Ich kann momentan noch nicht sagen, ob es definitiv dazu kommen wird. Allerdings spiele ich mit dem Gedanken, nach meiner aktiven Spielerkarriere komplett auf die Trainerschiene umzusteigen, da ich dort bessere Chancen sehe.


Eine letzte Frage noch… An wem orientierst du dich bezüglich deiner Trainertätigkeit?


Ich bin durch das Einzeltraining in Crailsheim unter Oliver Rehbach auf Brainkinetik gekommen, weshalb ich ihn als eines meiner Idole sehe. Er ist neben meinen Eltern, die mich immer unterstützt haben, eine Art Mentor sowohl auf menschlicher als auch auf sportlicher Ebene. Außerdem orientiere ich mich an Julian Nagelsmann und Jürgen Klopp, die dasselbe Konzept allerdings unter dem Namen Lifekinetik nutzen.




Vielen Dank für das Interview, Milli. Ich hoffe sehr, dass du deine Ziele und Träume in naher Zukunft verwirklichen kannst.


 

Das Interview führte Paul Rétfalvi.