Sportförderung am DHG  
 

Interview mit Patrick Schmidt

Patrick Schmidt ist der aktuelle Kapitän der Rimpar Wölfe. Der 27 Jährige Ansbacher wechselt als Jugendlicher in das Handballleistungzentrum in Großwallstadt und wurde dort zum Kapitän der Juniorennationalmannschaft. 2012 folgte der Wechsel zu den Rimparer Wölfen, mit denen er den Aufstieg in die zweite Liga feierte. Nach einem Jahr in Hüttenberg kam „Paddi" zurück ins Wolfsrevier und avancierte zum absoluten Führungsspieler, der zu einem der torgefährlichsten Rückraumspieler in der 2. Handballbundesliga zählt. Neben seinen Aufgaben als Spieler und Kapitän leitete der Publikumsliebling drei Jahre lang auch das Training der Sportklasse, seitdem das Projekt „Handball" im Schuljahr 2015/16 gestartet war. Wir haben uns mit ihm getroffen um mit ihm über seine aktuelle Situation und die Zeit als Trainer der Sportklasse zu sprechen. 


Hallo Paddi. Die Wölfe sind mit 11:5 Punkten in die neue Saison gestartet. Wie zufrieden bist du mit dem Saisonstart und was erhoffst du dir von der noch jungen Saison? 

Natürlich sind wir alle zufrieden mit dem Saisonstart. Man muss bedenken, dass wir mit drei Auswärtsspielen in die Saison gestartet sind. Der Platz in der oberen Tabellenhälfte fühlt sich aktuell gut an, ist allerdings eine Momentaufnahme. Unser Ziel ist es jedoch schon, in der oberen Hälfte der Tabelle zu stehen. 


Die Wölfe haben mit Ceven Klatt zum ersten Mal einen hauptamtlichen Trainer. Was sind Dinge, die er vielleicht besser macht, als andere Trainer und die man sich abschauen kann? 

Jeder Trainer entwickelt seinen eigenen Stil. Ceven ist sehr kommunikativ und immer positiv gestimmt. Wir haben im Training bis jetzt noch keine Übung wiederholt, es ist sehr abwechslungsreich aber auch anspruchsvoll. Ich habe bis jetzt von jedem Trainer Trainingsinhalte für mich selbst mitnehmen können. 


Du hast als Jugendlicher den Schritt ins Handballinternat nach Großwallstadt gewagt. Welche Unterschiede gab es im Vergleich zum DHG? 

Der größte Unterschied liegt in der Unterstützung bzw. der Kooperation der Schule mit dem Sport. Ich habe damals mein Abitur komplett ohne Vorteile oder Unterstützung durch die Lehrer abschließen müssen. Ich war in der Oberstufe zu 50 Prozent in der Schule und zu 50 Prozent auf Lehrgängen mit der Nationalmannschaft, oder mit dem TVG bei einem Spiel. Den Stoff aus dem Unterricht musste ich mir damals selbst besorgen und mit Klassenkameraden durchgehen. Ich hatte damals auch kein Früh-/Individualtrainig wie am DHG der Fall ist. Ich denke jeder kann sich glücklich schätzen, der dieses Privileg in der Schule genießen darf.


Welche Vorteile siehst du darin, sein Zuhause zu verlassen und auf ein Internat, wie z.B. das Matthias-Grünewald-Internat zu wechseln? 

Ich bin mit 15 Jahren nach Großwallstadt gezogen. Das war natürlich für mich ein großer und schwieriger Schritt, meine Eltern zu verlassen. Ich habe aber sehr schnell gelernt, selbst Verantwortung zu übernehmen und mich selbst zu organisieren. Man lernt noch deutlicher, was eine Gemeinschaft ausmacht und das kommt mir heute, auch nicht nur im Sport, nach wie vor zu Gute. 


Was war für dich ein ausschlaggebender Grund Trainer im Frühtraining der Sportklasse zu werden

Ich kenne es gar nicht anders, mein Papa war selbst nicht nur als Spieler, sondern auch als Trainer aktiv. Außerdem fand ich es früher selbst als Kind relativ cool, wenn mich meine Idole aus der ersten Herrenmannschaft in Ansbach trainiert haben. Ich wollte einfach ein Teil zur Entwicklung der Jugend beitragen und den Jungs helfen den Handball besser zu verstehen. 


Welcher war dein schönster Moment im DHG-Training? 

Ich blicke sehr gerne an die schöne Zeit im Deutschhaus zurück. Wir hatten immer eine gute Stimmung im Training - so muss das auch sein, eine Art Abwechslung zu Schule. Wir haben aber auch sehr diszipliniert und gut trainiert.

 

Felix Karle war einer deiner Schützlinge im Training. Was ist es für ein Gefühl ihn jetzt als Mitspieler in der ersten Mannschaft zu haben und hast du ihn als Youngstar „unter deine Fittiche genommen"? 

Manchmal denke ich mir „ich bin ganz schön alt geworden“. Spaß beiseite, mich macht es stolz zu sehen, dass ein Junge, den du selbst trainiert hast, den Sprung in den Profibereich geschafft hat. Natürlich habe ich ihm geholfen, das ist auch meiner Rolle als Kapitän geschuldet. Aber umgekehrt weiß er auch, dass er jederzeit auf mich zukommen kann. Felix ist immer mit hundert Prozent Einsatz im Training und auch sonst gut in die Mannschaft integriert. Ich hoffe natürlich, dass ihm auch das Training am DHG geholfen hat, seinen Weg zu ebnen. Ich bin gespannt, wohin die Reise ihn mal führt. 


Das Frühtraining war dein erster Job als Trainer. Konntest du daraus auch etwas für dein eigenes Handballspiel mitnehmen? 

Es war durchaus interessant mal die Rolle an der Seitenlinie einzunehmen. Jeder Spieler reagiert im Spiel und Training individuell, gerade diese Komponente hat mir auch die Perspektive des Trainers gezeigt. 


Kannst du dir vorstellen nach deiner aktiven Karriere eine Kariere als (Jugend-) Trainer zu starten

Sag niemals nie. Vorstellen kann ich mir es auf jeden Fall, wohl eher im Jugendbereich als im Erwachsenenbereich



Das Interview führten Omar Tucovic und Jannis Weckesser