Sportförderung am DHG  
 

Interview mit Ex-DHGler Sebastian Beck

Der 19-Jährige Sebastian Beck, welcher 2018 am DHG sein Abitur gemacht hat, studiert zurzeit Maschinenbau an der FH in Schweinfurt und schwimmt seit zehn Jahren erfolgreich beim SV 05 Würzburg. Unter anderem wurde er mehrfach Deutscher Jahrgangsmeister über 400m Lagen, 2015 wurde er dreifacher Deutscher Freiwasser-Jahrgangsmeister über 2,5 km, 5km Freistil und in der Staffel. 

Am 01.08. gelang es ihm, bei der deutschen Meisterschaft über 200m Rücken nicht nur erster in der Juniorenwertung zu werden, sondern damit gleichzeitig auch noch einen neuen bayrischen Altersklassenrekord aufzustellen. 


Hättest du gedacht, dass du bei den Deutschen Meisterschaften einen neuen Rekord aufstellst?


Nein, das kam eher unerwartet. Vor allem, da Rücken eigentlich gar nicht meine Disziplin ist. Ich schwimme am liebsten Kraul.


Du hast ja vor zwei Jahren dein Abitur gemacht, vermisst du manchmal noch die Sportklasse und wenn ja, was daran am meisten?


Ja schon, da dort sehr geregelte Zeiträume fürs Training offen waren. Diese fehlen mir in der Uni, da ich dort nicht so flexibel bin. 


Wie schaffst du es trotzdem, das Studium mit dem Sport zu kombinieren?

Es ist sehr schwierig und anstrengend und in der Prüfungsphase musste ich dann auch viele Trainingseinheiten auslassen. Aber mit viel Elan und Unterstützung der Familie und Freunde geht es schon. 


Und wie viel Trainingseinheiten absolvierst du pro Woche?


Seit Mitte August trainiere ich wieder neun- bis zehnmal pro Woche.


Puh, das klingt anstrengend. Wünschst du dir da nicht manchmal, mehr Freizeit zu haben?


Ja, natürlich. Aber wenn man dann an seine Ziele denkt, dann weiß man wieder, wieso man es macht. 


Was   sind   deine   Ziele   konkret?   Und   wann   strebst   du   deinen nächsten Rekord an?


Mein Ziel ist jetzt, mich nächstes Jahr für Olympia zu qualifizieren. Also der bayerische  Altersklassenrekord  bei  den   deutschen   Meisterschaften  war schon sehr erfreulich und auch noch ein schöner, ungeplanter aber erfreulicher Abschluss. Konkret geplant sind aber keine Rekorde in nächster Zeit. Aber vielleicht springt ja mit Glück nochmal einer unverhofft raus. Rekorde sind ja eigentlich auch nie geplant (lächelt).


Inwiefern beeinflussen dich dabei die Erfolge deiner Schwester Leonie , die ja schon die Olympia-Qualifikation geschafft hat?

Ja, sie hat mich auf jeden Fall nochmal motiviert, mich jetzt auch nächstes Jahr für Olympia zu qualifizieren. Denn natürlich will man immer besser sein als der andere. Deswegen ist jedes Training quasi ein Wettbewerb, weil man schneller sein will als die Teamkollegen. So wird man gemeinsam besser. Aber trotzdem kann man nach  dem Training normal miteinander reden, wenn man mal langsamer war als der andere. Mal gewinnt man, mal verliert man.


Du hast ja schon viele Wettkämpfe bestritten und gewonnen. Schätze   doch   mal,   in   wie   vielen   Schwimmbädern   du   schon geschwommen bist. In welchen würdest du es gerne noch tun?


Gute Frage. Also bis jetzt war ich sicher schon in 40 Schwimmbädern. Aber es gibt natürlich sehr viel mehr Schwimmbäder. Und im Olympiabecken in Tokio nächstes Jahr schwimmen zu dürfen wäre natürlich mein riesen Traum. 


Auf welchen deiner vielen Erfolge bist du am stolzesten?


Der dritte Platz im Jahr 2018 bei der Jugend-EM in Helsinki mit der 4-mal 100Kraul-Staffel. Es war mein bisher größter Erfolg. Ich bin damals als Schlussschwimmer geschwommen und konnte mit wenigen Hundertsteln Vorsprung die Bronze Medaille gewinnen. Dadurch, dass es so knapp war, ist es natürlich ein umso erfolgreicherer und emotionalerer Erfolg. 


Dann noch mal vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und noch viel Glück für die Olympiaqualifikation.