Sportförderung am DHG

 

NBA-Playoffs der Dallas Mavericks: Einzug in die Conference-Finals

Nach einer erfolgreichen ersten Serie gegen die Utah Jazz standen die Dallas Mavericks nun den Phoenix Suns in der zweiten Playoff-Runde vom 02.05. bis zum 15.05.2022 gegenüber. Gespielt wurde nach wie vor im Modus „Best-of-7“, also derjenige, der zuerst vier Spiele gewinnt, kommt in die nächste Runde, die Conference-Finals.
Die Suns, die mit 64 von 82 gewonnen Spielen das erfolgreichste Team in der regulären Saison waren, gingen als Favoriten in die Serie und stellten somit für die Mavs einen harten Gegner dar.
Dies bewies sich in den ersten beiden Spielen, die die Suns, zunächst mit 121 zu 114 Punkten, dann mit 129 zu 109 Punkten, bei Heimvorteil für sich entschieden. Umso wichtiger waren dadurch die zwei folgenden Heimspiele in Dallas (Dallas 103 – Phoenix 94 und Dallas 111 – Phoenix 101), mit denen die Mavericks den Spieß umdrehen konnten und sich somit den Ausgleich, also das zwei zu zwei, erspielten.
Vergleichbar mit einem Ping-Pong-Spiel holten sich die Suns im darauffolgenden Spiel 5 einen erneuten Sieg (Phoenix 110 – Dallas 80), womit den Suns nur ein weiterer Erfolg für den Einzug in die nächste Runde fehlte. Stattdessen folgte aber ein eindeutiger Sieg der Dallas Mavericks in Spiel 6 (Dallas 113 – Phoenix 86), der für den erneuten Ausgleich, also das drei zu drei, sorgte.
Spiel 7, „Win or go home“, lässt sich wohl am besten durch folgenden Dialog der Kommentatoren beschreiben:
Reggie: „This is a game seven, right?”
Kevin: „I’m just stunned.”
Die Dallas Mavericks haben die Phoenix Suns mit einem Ergebnis von 123 zu 90 Punkten regelrecht aus der eigenen Halle geschossen. Im Kontext eines Spiel 7 war dies in verschiedener Hinsicht historisch.
Nur der noch höhere Sieg der Philadelphia Warriors (85 Punkte) gegen die St. Louis Bombers (46 Punkte), in der NBA-Vorgängerliga BAA im Jahr 1948, bietet einen historischen Vergleich für dieses einseitige Spiel 7.
Nach der ersten Halbzeit kam Luka Doncic, Spieler der Mavs, auf 27 Punkte. Das entsprach dem gesamten Scoring der Phoenix Suns zu diesem Zeitpunkt. Dass ein Spieler genauso viele Punkte erzielt, wie die gegnerische Mannschaft zusammen, kam laut ESPN zum ersten Mal seit 25 Jahren in einem Spiel 7 der NBA-Playoffs vor. Auch die 30-Punkte-Führung der Mavs nach der ersten Halbzeit könnte man als historisch bezeichnen, da diese laut ESPN die größte Halbzeitführung in einem Spiel 7 in der Geschichte der NBA war. Des Weiteren erzielten sowohl Doncic, als auch Dinwidie, jeweils 30 oder mehr Punkte. Damit erreichten zum ersten Mal seit 2002 (Kobe Bryant und Shaquille O’Neal für die L.A. Lakers), zwei Spieler in einem Spiel 7 dieses Scoring.
Zum Gesamtbild gehört aber auch, dass die Suns eine desolate Leistung boten und spätestens zu Hälfte des Spiels völlig einbrachen, wie auch der ESPN-Kommentator Stephen A. Smith bemerkte:
„Ich habe mich noch nie so sehr getäuscht. Ich kann nicht glauben, wie toll die Mavs aussehen – und wie erbärmlich schlecht die Suns aussehen.“
Außerdem trug die Defense der Mavs einen entscheidenden Teil zu diesem Sieg bei und sorgte schon früh für klare Verhältnisse. Viertelübergreifend verzeichnete Dallas sogar einen Run von 36:5 Punkten.
An dieser Stelle ist der ehemalige DHG-Schüler Maximilian Kleber zu nennen, der Chris Paul, Top-Spieler der Suns, gleich zu Anfang aus dem Spiel genommen hat. Grundsätzlich ist Klebers Defense bereits über die gesamten Playoffs hinweg herausragend gewesen. Oder wie es ein Kommentator in Spiel 7 bezeichnete: „His Defense is a story in this series, as it has all season long.“
Die Wichtigkeit Klebers für sein Team ist auch an der durchschnittlichen Spielzeit von ca. 27 Minuten abzulesen. Natürlich kommt das Vertrauen seines Trainers nicht von ungefähr. Er ist mit Abstand der wichtigste Pick-and-Roll-Partner für Luka Doncic, wobei er durch sein Pick-and-Pop immer wieder frei an der Dreierlinie anspielbar ist. Im Gegensatz zum letzten Saisonabschnitt, in dem er nur 19% Dreierquote hatte, kommt er in den Playoffs auf unglaublich starke 49%.
Abschließend hat dieses Spiel bei einigen für Sprachlosigkeit gesorgt. Dirk Nowitzki berichtet anschließend sogar von „Let’s Go Mavs“-Sprechchören in der Halle der Suns, während Jason Kidd (Trainer der Mavs) kommentiert: „Viele Leute haben vorhergesagt, das wird ein Blowout. Nun, sie hatten Recht – aber sie hatten nicht uns auf der Gewinnerseite.“

In Runde 3, den Conference-Finals, die das Halbfinale der NBA-Meisterschaft darstellen, stehen den Dallas Mavericks nun die Golden State Warriors gegenüber. Schon jetzt kann man sich auf eine unterhaltsame und spannende Serie freuen.


Lea Eirich (Q11)